
(PA-ÖBMV) – Der Österreichische Biomasse-Verband begrüßt die von HBM Norbert Totschnig angekündigte Fokussierung des Förderbudgets im Rahmen der Sanierungsoffensive auf den Kesseltausch und damit auf den aktiven Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen. „Investitions- und Planungssicherheit sind die obersten Maxime für die Kundinnen und Kunden sowie für die gesamte Kessel- und Installateursbranche. Die Kesseltauschförderung ist das ‚Gaspedal‘ der Energiewende. Gerade beim Umstieg von fossil betriebenen Heizungssystemen auf erneuerbare lässt sich eine besonders hohe Fördereffizienz erzielen – dazu zählen neben Pellets-, Hackgut- sowie Scheitholzheizungen und Wärmepumpen auch Biomasse-Nah-/Fernwärmeanlagen“, erklärt Franz Titschenbacher, Präsident des Österreichischen Biomasse-Verbandes. „Auf rund 10 Mrd. Euro belaufen sich jährlich die Importkosten für fossile Energieträger. Mehr als 70 % bezieht Österreich aus Kasachstan, Libyen und dem Irak und damit aus politisch instabilen Krisengebieten. Dabei schafft die Bioenergie regionale Wertschöpfung, Beschäftigung und Kaufkraft. Heimische Unternehmen und Forschungseinrichtungen sorgen dafür, dass unsere Bioenergie-Technologien auf den nationalen und internationalen Märkten Spitzenpositionen einnehmen. Biomasse ist die mit Abstand bedeutendste heimische Energieressource. Es gibt auch noch zur Genüge Ausbaupotenziale, wie die kürzlich vorgestellte Biomassestrategie der Österreichischen Energieagentur aufzeigt. Demnach kann bis zu 50% der heimischen Primärenergie durch Biomasse bis 2040 gedeckt werden. Dazu braucht es aber auch ein kontinuierliches Anreizprogramm der Bundesregierung.“
Neue Landesförderung in der Steiermark
Mit 1. Februar 2026 begann auch die Aktion „Förderung Tausch erneuerbar betriebener Heizungssysteme“ in der Steiermark. Unterstützt wird der Ersatz von veralteten und nicht mehr energieeffizienten Biomassekesseln und Wärmepumpen mit einem Mindestalter von 15 Jahren in bestehenden Ein-/Zweifamilien- oder Reihenhäusern durch energieeffiziente Biomassekessel oder Wärmepumpen bis zu einer Nennwärmeleistung von maximal 100 kW, sofern damit eine Steigerung der Endenergieeffizienz verbunden ist. Es darf keine wirtschaftliche Anschlussmöglichkeit an ein verfügbares Nah-/Fernwärmenetz bestehen. Die maximale Förderhöhe beträgt für Biomassekessel max. 3.000 bzw. für Wärmepumpen 1.500 Euro. Die Förderung ist mit maximal 30 % der förderbaren Investitionskosten begrenzt.
Überblick Bioenergie in Österreich
Mehr als die Hälfte der verbrauchten erneuerbaren Energie in Österreich, Europa und weltweit stellt die Bioenergie bereit. Dank des Bioenergie-Ausbaus kann Österreich auf Kohle- und Atomkraftwerke verzichten und den Ausstieg aus Erdöl- und Erdgasheizungen bewerkstelligen. Die Kapazität der in den vergangenen Jahren errichteten Holzenergie-Anlagen übersteigt die sämtlicher abgeschalteter Kohlekraftwerke inklusive jener des AKW-Zwentendorf. Holzbrennstoffe basieren auf Reststoffen und Koppelprodukten, die im Wald bei der Waldpflege und bei der Herstellung von Holzprodukten anfallen. Diese würden sonst ungenutzt verrotten und dabei CO2 freisetzen. Damit ist Bioenergie der günstigste nachhaltige Brennstoff für erneuerbare Wärme. Für einen Kubikmeter verbautes Holz fallen sechs Kubikmeter Nebenprodukte an, die auch energetisch verwertet werden können. Die energetische Nutzung dieser Nebenprodukte generiert die mit Abstand höchsten CO2-Einsparungen in der Nebenprodukte-Verwertung. Die Nutzung von Bioenergie in KWK-Anlagen ist laut IPCC die Grundlage zur Erreichung negativer Emissionen (BIOCCS, Biokohle), die für die Einhaltung des 1,5-Grad-Zieles notwendig sind und unterstützt gleichzeitig den Kohlenstoff-Vorratsaufbau im Wald (Klimawandelanpassung, Waldpflege, Forstschutz).
Rückfragehinweis:
Antonio Fuljetic-Kristan,
Österreichischer Biomasse-Verband,
Tel: +43 (0)1 533 07 97 – 31, 0660 85 56 804,
E-Mail: fuljetic@biomasseverband.at
www.biomasseverband.at

