Neue Förderrichtlinien für Biomasse-Nahwärme

Die Arbeitsgemeinschaft Biomasse-Nahwärme hat im vergangenen Jahr durch zahlreiche Termine sowohl beim Lebensministerium wie auch bei der Förderabwicklungsstelle die zukünftigen Förderbedingungen zum Wohle der Biomasse-Nahwärmeanlagen mitgestaltet. Durch den bundesweiten Zusammenschluss der Heizwerksbetreiber konnte die Heizwerksbranche mit starker Stimme in diese Verhandlungen treten.

Auch in Zeiten knapper Budgetmittel konnte sichergestellt werden, dass effiziente Biomasse-Nahwärmeanlagen gefördert und somit realisiert werden können. In Zukunft wird der Schwerpunkt auf Verbesserungs- und Optimierungsmaßnahmen bestehender Anlagen liegen. Vor allem die Beibehaltung der Förderhöhe, die Übergangsbestimmungen für bereits geplante Projekte, die vereinfachte Förderung von Netzverdichtungen sowie die Ausweitung des Förderangebotes für bestehenden Anlagen konnten durch den vollen Einsatz der ABiNa erreicht werden.

Beim Neubau von Anlagen muss in Zukunft der Gesamtnutzungsgrad 75 % betragen. Eine Senkung dieses Werts konnten wir leider trotz intensiven Bemühungen nicht erreichen. Aber auch ein Wert von 75 % sollte durch die Verwendung von modernen Dämmmaterialien und durch innovative Konzepte (Abwärmenutzung, Solaranlagen Wärmepumpen, Holzgasanlagen, …) erreichbar sein.

 

In der Arbeitsgruppe „Förderungsreform“ der Umweltförderungskommission wurden die durchzuführenden Anpassungen konkretisiert und am 11.12.2013 durch die Umweltförderungskommission beschlossen. Die neuen Richtlinien stehen auf der Homepage der KPC (Kommunalkredit Public Consulting) unter www.umweltfoerderung.at zum Download bereit.

 

Folgende Änderungen gelten für Projekte mit einem Einreichdatum ab 01.01.2014:

  • Für Projekte, die nachweislich vor dem 30.06.2014 bei der Behörde zur Bewilligung eingebracht wurden, können die Förderungsbedingungen bis 2013 zur Anwendung gebracht werden. Mit dieser Übergangsregelung ist sichergestellt, dass bereits erfolgte und fortgeschrittene Planungsarbeiten nicht durch die neu eingeführten Anforderungen entwertet werden.

  • Das Förderungsangebot für Nahwärmebetreiber wird um Optimierungs-Maßnahmen von Heizzentrale, Netz und Abnehmeranlagen erweitert.

  • Netzverdichtungen (Anschluss von bis zu 25 neuen Abnehmern mit jeweils nicht mehr als 50 kW Anschlussleistung, keine neuen Trassen) können auf vereinfachte Weise (vor Umsetzungsbeginn!) eingereicht werden. Die Ermittlung der Förderungshöhe erfolgt pauschal und analog zum Förderungsbereich „Anschluss an Fernwärme“.

  • Der Gesamtnutzungsgrad (verkaufte Wärme bezogen auf den gesamten Brennstoffeinsatz) von Neuanlagen muss in Zukunft zumindest 75 % betragen, bei Ausbauten muss der Gesamtnutzungsgrad steigen (Wärmebelegung und Netzverlust als Förderungsparameter entfallen.), wobei der Nutzungsgrad der Kesselanlage bis zum Eintritt Fernwärmenetz pauschal mit 85 % angenommen wird. Erträge aus Solaranlagen, Abwärmenutzung, Kondensationsanlagen etc. werden hinzugerechnet und können den Nutzungsgrad der Bereitstelleranlage erhöhen.

  • Der gesicherte Wärmeabsatz ist anhand von gültigen Wärmelieferverträgen über zumindest 75 % des geplanten Wärmeabsatzes nachzuweisen. Die Wärmelieferverträge haben eine taugliche Bestimmung zur Indexierung der Wärmepreise zu enthalten.

 

Für Projekte, die dem Qualitätsmanagement-System für Holzheizwerke unterliegen, gelten darüber hinaus bei Neubauten und Ausbauten folgende Förderungsvoraussetzungen:

  • Durchführung einer erweiterten Wärme-Abnehmeranalyse inkl. Berücksichtigung der Sanierungsabsichten für große Abnehmer ( ab 100 kW) im Versorgungsgebiet.

  • Überprüfung von Optionen zur Optimierung des Bestands (Heizzentrale, Großabnehmer) bei Beantragung von Ausbauten.

  • Vorlage aller Betriebsberichte über die letzten 3 Betriebsjahre.

 

Wir werden uns mit aller Kraft auch weiterhin für Verbesserungen im Bereich der Förderungen und des QM-Holzheizwerke einsetzen und Sie laufend informieren.